Românii beau vin? şi nu mai vin (Die Rumänen trinken nur Wein?und kommen nie mehr zurück !)
Anni-Lorei Mainka
 

Mein damaliges Benehmen scheint mir heute mehr als naiv, und erst jetzt verstehe ich, wieso auch die wenigen Freunde, die ich hatte, mir verloren gingen. Manche waren schon fort, andere hatten geheiratet, oder dann begingen, wie Vlad Cândea, Selbstmord. Ihm war verboten worden, nach Paris zu fahren, um seine Frau zu sehen. Mehr als ein Jahr nach dem Abschluß der Uni haben wir als ?Navetisten? ständig den Weg nach Piteştizusammengemacht, dort unterrichtete ich Deutsch in zwei Dörfern 25 Km nach Süden. Wir haben uns vieles erzält, sind eigentlich eine Art Einsamkeit-Kameraden geworden. Ein großer Jünge mit aufrichtigem Blick, lockigem Haar, der schien, gar nicht schnell alt werden zu wollen, aber auch nicht so früh zu sterben.

Eine Aufrichtigkeit, die meine Generation schon am Anfang des 8. Jahrzentes hart verloren hatte. Der Grund interessierte mich. Ich hatte begonnen, meine Bemerkungen aufzuzeichnen. In einem Rucksack, den ich immer bei mir hatte, trug ich meine Tagebücher. Vlad pflegte, mir öfter zu sagen: das geht nicht mehr! Wir könnten viel mehr in unserm Beruf, für unsere Familie machen, viel mehr schreiben, reisen, würden wir nur dieses ?unser Land? verlassen.Na, versuch? nur! Weißt, was du sagst? Unser Land begehrte uns so stark, daß es nicht einmal nach Bulgarien oder Polen fahren erlaubte! Un wir... wir wären zurückgekommen. Wenn, ja nur wenn das ?Land?seine ?Begier? gemildert hätte...

Und so stellte ich mich eines Tages im Bezirk 5 ein: es war Donnerstag, am 13. August 1984, in einem kleinen Gebäude in der Amurgului-Straße. Vor dem Schalter ? niemand. Der Oberst, der ruhig vom Holzernen Stuhl aufstand, sich mit Mühe durh den zu kleinen Schalter beugte, um normal mit mir sprechen zu können, riet mir, nach 13 Uhr wiederzukommen, da erst dann die Ausweiskarten gegeben würden...

?Aber nein, ich möchte zu meinen Verwandten in Deutschland!? Ich wurdeplötzlich verwirrt, vergaß auf einmal alle Namen meiner Tanten, die ich als 14 oder 15järige feiertags noch in der Luteranischen Kirche sah; ich versuchte aus Leibeskräften Bauchschmärzen und Angst zu beherrschen; doch derer Geschmack fühle ich heute noch.

?Aber kind! Weiß dein Vater das??

?Nein, er weiß es nicht... und ich glaube, er wäre damit nicht einverstanden, er hat mir ja immer gesagt: Deutschland braucht solche Taugenichts wie unsereins nicht...?

?Aber Kind, welche unsereins meint er?!?

?Na ja, mein Herr, mein Vater ist eben ein Deutscher... ein echter, aus Deutschland.?

?Ach, dann warum emigriert er nicht?!?

?Papa ist Rentner, und lebt seit mehr als 30 Jahren hier, und sagt, hier lebe man gut...?

?Das stimmt ja ziemlich!?

?Na, sehen Sie, ich meinerseits hab? hier Probleme... hab? keine Freunde mehr, alle sprechen heutzutage nicht mehr offen und lieber abstrus, und ich erlebe öfters die traurige Überraschung, daß alle mit mir sich wiederbefreunden würden, würde ich nur in Deutschland auswandern...?

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